Ein Hoch auf uns ...

Montag, 14. Juli 2014

... auf dieses Leben ... Auf den Moment ... der immer bleibt ...

So singt es zumindest Andreas Bourani und auch ganz Deutschland, seit feststeht, dass unsere Fußballjungs den Pokal nach Hause geholt haben.

Aber ist das wirklich so?

Natürlich haben auch wir gestern Abend Fußball geschaut, haben gefiebert und gejubelt. Haben uns gefreut und es Jogis Jungs von Herzen gegönnt.

Aber für mich hat das Ganze auch einen fahlen Beigeschmack.

Denn in den letzten Wochen und besonders seit gestern Abend ist Deutschland frohe Einigkeit. Wie aber sieht es den Rest vom Jahr aus und zwischen den WM's, respektive EM's?

Da scheint mir jeder des anderen Teufel. Da liegt man sich nicht in den Armen, feiert Einigkeit und gemeinsamen Patriotismus. Man versteckt eher, dass man Deutscher ist und ist kaum stolz auf sein Land. Da wird an allen Ecken über unser System gemault, nach Besserung gebrüllt und es sind immer weniger Menschen in der Lage, ihrem Nachbarn "guten Tag" zu sagen.

Doch kaum rennen, überspitzt gesagt, 11 Kerle unter Deutschlands Flagge hinter einem Ball her, haben sich alle lieb.

Irgend etwas stimmt doch da nicht ...

Und ich möchte keines Falls schwarz malen, wenn ich sage, dass man immer seltener mit den Menschen ins Gespräch kommt oder komisch angeschaut wird, wenn man nicht der Norm entspricht ... dies aber, im Falle eines gewonnenen WM-Titels, plötzlich wieder möglich ist.

Da unterhält man sich plötzlich mit Wildfremden über das Spiel, wird von den Nachbarn in überschwenglicher Freude gegrüßt, obwohl sie sonst an einem vorbeilaufen, als sei man Luft und auch haben gerade diejenigen, die sonst zum Lachen in den Keller gehen, ein Dauergrinsen im Gesicht.

Manchmal glaube ich echt, ich bin im falschen Film.

Wie seht ihr das denn?

Nachdenkliche Grüße

Eure
Sjel

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