Der Weg ist mein ...

Dienstag, 11. November 2014

... oder, um es einfacher zu sagen ... ich glaube, ich habe es begriffen ...

Nach dem recht bewegenden und tiefgreifenden Samhain-Ritual sowie der Möglichkeit, zwei erfahrenen Wiccas über die Schulter schauen und ihre Praxis hautnah erleben zu dürfen, habe ich mich mal wieder gefragt, wo eigentlich mein Weg liegt. 

Wer oder was bin ich? Wo gehöre ich hin? Bin ich druidisch veranlagt oder doch eher in die Richtung der Wiccas? 

Denn um ehrlich zu sein, konnte ich mich keiner der beiden Richtungen zuordnen, da mich immer irgend etwas an beiden Linien "störte". Entweder das Brimborium, die ellenlangen Ritualtexte, die vielen Zutaten oder Zubehörteile sowie die streng festgelegten Strukturen. 

Beides fühlte sich nicht richtig an, aber auch die reine Naturspiritualität war es nicht wirklich. 

Und so flüsterte mir ein inneres Stimmchen, ich solle das Buch über "Druidcraft" von Philip Carr-Gomm lesen, was ich dann auch tat. Jetzt, rückwirkend betrachtet, war es gut das Buch gelesen zu haben, denn nun sehe ich Einiges klarer. Besonders der folgende Satz ließ mich aufhorchen:

"Der Grund, warum so viele von uns einen solchen Weg wählen, anstatt sich einer der vorherrschenden fertigen Religionen anzuschließen, die "alle Antworten" bereithalten, liegt darin, dass wir tief im Inneren verstehen, dass es uns nicht bestimmt ist, einfach nur passive Konsumenten einer Spiritualität zu sein, sondern dass wir aktiv am einem Leben teilnehmen sollten, dass in seiner Essenz tief spirituell ist." 

Des Weiteren schreibt er sinngemäß, dass Druidentum und Wicca uns alle Zutaten liefern, die man kombinieren und so für das eigene Leben zurechtschneidern kann. So wie wir es gerade brauchen und es sich passend anfühlt.

Und ich denke, genau das ist des Pudels Kern. 

Ich konnte mich nicht festlegen, weil mein Inneres es als "nicht passend" empfand. Denn wenn ich die Sache genauer beleuchte, bediene ich mich der Elemente beider "Religionen". Immer wieder finde ich Stellen in meiner spirituellen Arbeit, die sich dem einen oder dem anderen zuordnen lassen. Es sind viele kleine Dinge, die am Ende aber ein Ganzes ergeben und eine genaue Zuordnung schlichtweg unmöglich machen.

Ich möchte frei arbeiten, ohne feste Vorgaben, Dogmen oder dergleichen, möchte mich dem bedienen, was sich richtig anfühlt, mit der Göttin sowie den Elementen arbeiten, spüren was mir die Natur um mich herum vorgibt und spontan entscheiden. Ich möchte mich dem großen Ganzen widmen, dabei über den Tellerrand schauen und ggf. Elemente mit einfließen lassen, die es in keiner der beiden "Religionen" in festgeschriebener oder sonstiger Form gibt, sondern daraus entstehen, wie es ggf. die Ahnen unserer Region gemacht haben könnten.

Und genau deshalb werde ich mich wohl noch ein wenig näher mit "Druidcraft" beschäftigen.

Liebe Grüße

Eure
Sjel

2 Kommentare:

Sandra hat gesagt…

Genauso geht es mir auch :) Manches stört mich, manches mag ich, und irgendwie nutze ich aus allen Richtungen das, was sich am Besten anfühlt. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg auf deinem Weg. Lass dich nicht beirren, denn dein Weg ist nun mal DEIN Weg :) Da gibt es keine Vorschriften.

Liebe Grüße,
Sandra

Sjel Manen hat gesagt…

Hallo Sandra,

schön zu lesen, dass es noch mehr Menschen gibt, die so denken wie ich :0)

Liebe Grüße
Sjel

Kommentar veröffentlichen