Handfasting auf dem Markt

Montag, 13. April 2015

Schon vor einigen Wochen baten mich mein Schwager und unsere zukünftige Schwägerin darum, ein Handfasting für die beiden abzuhalten, da sie nichts mit der Kirche sowie dem Christentum anfangen können und sich eher der nordischen Götterwelt zugetan fühlen. Sie wollten neben ihrer standesamtlichen Hochzeit eine besondere Zeremonie im Kreise unserer Mittellatergruppe, ihrer Trauzeugen und meiner Schwiegereltern. Stattfinden sollte das Ritual beim ersten Mittelaltermarkt der Saison.

Und so machte ich mir Gedanken, sprach mit Menschen, die seit Jahren selbst Handfastings vollziehen, sammelte Input wo ich konnte und wurde von lieben Menschen aus dem Druidenforum aufgebaut, als mir eine Wicca das Ganze madig machen wollte.

Als das Konzept sowie der Ablauf dann standen, machte ich mich daran, die Trauzeugen einzuweihen, kleine Überraschungen mit Ihnen auszumachen und wies Ihnen ihre Parts zu. Wir hielten regelrecht Standleitung zu einander.

Je näher der Tag rückte, desto nervöser wurde ich. 

Und dann war er da ... 

Der erste Markt der Saison am vergangenen Wochenende. Wir hatten bereits am Freitag aufgebaut und während mein Mann am Abend schon schlief, ging ich den Samstag noch einmal in Gedanken durch. Hatte ich alles eingepackt? War ich gut genug vorbereitet?

Samstags ging ich erneut meine Unterlagen durch, baute alles Nötige auf, dekorierte den Altar und war froh, als es los ging. Die Nervosität war kaum zu ertragen.

Und kurze Zet später hatte ich es vollbracht ... Mein erstes Handfasting und alle waren glücklich *freu*. Mein Schwager hatte ein paar Tränchen verdrückt, Schwägerin ein dickes Dauergrinsen im Gesicht und alle waren ganz begeistert von der Zeremonie. Sogar ein paar Touris waren stehen geblieben, um der Zeremonie beizuwohnen, da sie so etwas noch nie gesehen hatten. 

Aber am Schönsten fand ich die Geste einer Frau. Ich hatte sie aus den Augenwinkeln dazu treten gesehen und war der Meinung, dass sie eine Freundin meiner Schwägerin war, die sich etwas verspätet hatte und fand es daher ganz normal, als sie es den anderen Gästen nachtat, ihre Glückwünsche auf einen Zettel schrieb und an das Handfastingband knotete. Als sie gegangen war, trat mein Schwager zu mir und wollte wissen, wer die Frau gewesen wäre. Irritiert fragte ich, ob sie nicht die verspätete Freundin von Schwägerin sei und so stellten wir alle erstaunt fest, dass niemand sie kannte und sie trotz allem ihre besten Wünsche für das Brautpaar da gelassen hatte.

Eine wirklich schöne Geste, die uns alle berührte.

Zum Abschluss hatte ich dann noch spontan die beiden Besitzer des Nachbarlagers als Überraschung für das Brautpaar eingeladen, da sie Musiker sind und ich am Morgen ein tolles Lied über die Ehe von Ihnen gehört hatte. Glücklicherweise waren sie sofort für meine Idee zu haben und brachten dem Brautpaar ein Ständchen, über welches sich die beiden riesig freuten.

Und dann wurde ausgiebig gefeiert ... Bis in die frühen Morgenstunden, während alle anderen Lager schon längst in ihren Fellen träumten.

Jetzt, nachdem das Wochenende vorüber ist, bin ich froh, das Handfasting vollzogen zu haben und dass mein Schwager und unsere Schwägerin noch in vielen Jahren davon erzählen können, wie besonders ihre Hochzeit war.

Liebe Grüße

Eure
Sjel

1 Kommentare:

Atessa hat gesagt…

Wunderschön! So etwas großartiges möchte ich auch einmal haben :)

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