Regen bringt Segen

Donnerstag, 21. Mai 2015

Wie in meinen Vorausschauen von April und Mai bereits erwähnt, habe ich mich in den letzten Wochen viel mit dem Thema Regen beschäftigt. Besonders in Schottland ging das gut, da wir den ein oder anderen Regentag hatten, aber auch hier, in heimischen Gefilden, wo es immer öfter regnet, wurde es interessant.


Immer öfter hört man seine Umgebung über den Regen klagen und wenn es dann noch einige Tage am Stück regnet, merkt man an der Stimmungslage der Menschen, wie genervt sie sind, weil es nass, grau und kalt ist und kaum jemand bei "diesem Wetter" vor die Tür gehen möchte, bzw, glaubt, es nicht zu können. Weil es ist ja "schlechtes" Wetter.

Und dann denke ich an unsere schottischen Freunde, die die meiste Zeit des Jahres kein anderes Wetter kennen, trotzdem gut gelaunt und in luftiger Kleidung draußen unterwegs sind, während man den Touri an dicker und bis oben hin geschlossener Regenkleidung erkennt. Denn sie haben gelernt, die Gegebenheiten so zu nehmen, wie sie sind. Sie erkennen das Positive und machen aus dem dunkelsten Regentag ein wunderbar positives Erlebnis.

Sie kennen 56 Worte für Regen, denn genauso viele Arten gibt es. Und das ist kein Witz, denn wir haben mehrere Arten davon erlebt. 

Warum also tun wir uns so schwer mit Regen? Nur weil er uns nass macht, graue Wolken mitbringt und die Landschaft düster und bizarr wirken lässt? Denn er hat doch so viel Positives ... Er nährt die Erde, von der auch wir genährt werden, er lässt Bäume und Pflanzen ohne unser Zutun gedeihen, lässt sie in den buntesten Farben strahlen und sorgt dafür, dass wir uns an einer reichen Natur und Artenvielfalt erfreuen können. Na wenn das mal keine tollen Eigenschaften sind, dann weiß ich es auch nicht :0)

Und seid ihr mal von einem dicken Regenschauer überrascht worden, geschwind nach Hause geeilt, habt euch mit einem dicken, weichen Handtuch abgetrocknet und danach mit einer Tasse Tee oder Kaffee in eine Wolldecke gekuschelt, raus in den Regen geschaut und gelächelt, weil ihr das Leben gespürt habt und dann im Schutz der Wohnung darüber sinnieren konntet, während Heißgetränk und Decke euch gewärmt haben?

Ich mag so etwas, denn es sind magische Momente, die wir selten haben und uns nicht jederzeit herbeirufen können :0)

Also warum nutzen wir nicht einfach solche magischen Momente und schöpfen Kraft daraus, wenn uns die Sonne dies verwehrt? Es ist viel einfacher als es aussieht und ich finde es bezeichnend, dass es im Internet nichts darüber zu finden gibt, weil sich schlichtweg noch niemand die Mühe gemacht hat, dem Regen seine positiven Seiten abzugewinnen.

Es gibt so viele kleine Dinge, die den Regen interessant und liebenswert machen und wir müssen dazu noch nicht einmal vor die Tür. Wir brauchen bloß ein bisschen Zeit, einen offenen Geist und den Willen, das Grau in Farbe zu verwandeln.

Wie das aussehen kann, verrate ich euch in meinem nächsten Post.

Liebe Grüße

Eure
Sjel

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