Arbeiten mit Bäumen

Freitag, 12. Juni 2015

Seit den Rauhnächten weiß ich nun wo meine "Bestimmung" liegt und so arbeite ich seit dieser Zeit daran, weiter in die Mysterien der Druiden einzusteigen. Dabei habe ich mich mit Elementen und deren Auswirkung auf unser Leben befasst, aber auch mit den Bäumen, Naturgeistern usw., was mir besonders gut in Schottland gelungen ist.


Doch heute möchte ich auf Bäume und die sog. Baummütter zu sprechen kommen, denn für Druiden waren Bäume sehr wichtig.
So gingen sie davon aus, dass in jedem Baum ein guter Geist, eine sog. Baummutter, wohnt. Teilweise schreibt die Geschichte sogar davon, dass die Geister der Bäume Göttinnen seien, die in den Bäumen leben, um z.B. Wache zu halten. Einige Baumgeister sind in Irland sogar als Göttinnen anerkannt worden. 

Dabei waren die Druiden der Meinung, dass jeder Baum, bwz. jede Baummutter gewisse Eigenschaften und ihre ganz eigene Weisheit hat, die sie sich zu Nutzen machten, indem sie mit den Bäumen arbeiteten. Hauptsächlich sahen die Druiden die Baummütter in älteren und knorrigen Bäumen mit einem auffälligen Stamm.

Die Baummütter spendeten nach ihrer Auffassung Trost und Schutz, stellten aber auch hohe Anforderungen an diejenigen, die mit ihnen arbeiten wollten, wie es auch eine strenge Mutter mit ihren Kindern tun würde.

Außerdem hatte jeder Druide eine spezielle Baummutter als Beraterin und auch sagt man, dass aus der Arbeit mit den Baummüttern das Ogham entstand.


Zu ihren Namen kamen die Baummütter durch verschiedene Möglichkeiten. So soll Hag, die Elder Mutter einen kriegerischen König in einen Stein verwandelt haben und danach in einem Holunderstrauch in der Nähe des Steins gelebt haben, um ihn zu bewachen. Andere weibliche Baumgeister bekamen in keltischen Legenden Namen von Göttinnen und so wurde z.B. die Tannengöttin Druantia von Druiden als Mutter des Baumalphabetes bezeichnet. In Gallien assoziierte man die Baumgeister mit der Eichenmutter oder Nemain der Mutter des heiligen Hains.

 

Bäume sind auch heute noch die am höchsten entwickelten Pflanzen, da sie in der Lage sind eine Symbiose mit uns Menschen herzustellen. Sie geben uns den Sauerstoff, den wir zum Atmen benötigen, während sie sich das ausgeatmete Kohlendioxid von uns nehmen, um besser wachsen zu können. Aber auch eine Verbindung zur Unterwelt, zur Mittelwelt und zur Oberwelt wird ihnen nachgesagt, da ihre Wurzeln tief in die Erde ragen, sich ihr Stamm in unserer Welt und die Krone eines großen und alten Baumes im "Himmel" befindet. Sie haben das Wissen aller Ebenen über viele Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte hinweg gesammelt und können es ebenso an uns weitergeben.

Bäume helfen uns bei der Erdung und geben uns ein Gefühl der Verwurzelung und Sicherheit. So nehmen sie unsere negativen Energien und wandeln sie in positive Energien sowie heilende Energien um. Es schadet einem Baum also nicht, wenn wir ihm ein paar unserer negativen Energien abgeben, da er sie genauso wie das Kohlendioxid umwandeln kann.
 

Wie aber arbeiten wir nun mit den Bäumen?

Zuerst einmal ist es wichtig, sich einen Baum zu suchen, mit dem man arbeiten möchte und auch sollte man dazu bereit sein, nicht nur mit dem Baum, sondern auch mit den Geistern des Waldes (in welchem der Baum steht) eine Verbindung aufzubauen. Dazu gehen wir in den Wald und noch ehe wir ihn richtig betreten, stellen wir uns vor, erzählen von unseren Absichten sowie dem Zweck unseres Besuches und bitten um Erlaubnis, weiter gehen zu dürfen. Und dann heißt es erst einmal warten und den Energien "lauschen", denn wir trampeln ja auch nicht einfach in eine Wohnung hinein, wenn uns der Hausherr nicht herein bittet. Sind die Energien freundlich und einladend, wagen wir uns weiter in den Wald hinein. Sind die Energien eher zurückhaltend oder gar ablehnend, dann müssen wir uns erst beweisen und das Vertrauen des Waldes gewinnen, bevor wir auch nur ans Weitergehen denken können. Dazu könnten wir eventuellen Müll am Waldrand einsammeln, kleine Geschenke/ Opfergaben da lassen, für die Bäume singen, trommeln oder sogar tanzen, Aufgaben erfüllen, die wir zufällig wahrnehmen usw. 

Aber auch wenn wir erst einmal herein gebeten wurden, kann es passieren, dass wir bestimmte Areale nicht betreten dürfen und uns auch inmitten des Waldes beim Überschreiten bestimmter Schwellen unwohl fühlen. Dann sollten wir dies respektieren und uns erst als würdig erweisen, auch diese letzten Schwellen überschreiten zu dürfen. 

Haben wir das Vertrauen des Waldes gewonnen und die Erlaubnis uns überall frei zu bewegen, dann können wir die Geister des Waldes darum bitten, uns zu einem Baum zu führen, der gerne mit uns arbeiten möchte. Oder wir suchen uns den Baum aus, der uns in einer bestimmten Situation helfen kann.

Dabei sollten wir aber immer bedenken, dass Bäume mitunter nicht besonders redselig sind, in Rätseln sprechen oder uns Aufgaben stellen, bevor sie bereit sind, ihr Wissen mit uns zu teilen. Es kann also gut sein, dass wir das Wissen nur häppchenweise bekommen und uns dann noch einen Reim darauf machen müssen, nachdem es ewig so aussah, als täten wir nur etwas für den Baum. Aber auch wenn dies der Fall ist, dürfen wir nicht aufgeben, denn das, was wir am Ende erhalten, sollte uns diese Mühe wert sein.

Und wenn wir dann in unserem Wald vollständig akzeptiert sind, können wir die einzelnen Bäume darum bitten, uns ein Stückchen ihrer Äste zu geben um daraus ein Ogham zu fertigen. Es wird kein stärkeres und aussagekräftigeres Orakel geben, als dieses.

  Aber auch bei anderen Dingen können uns die Bäume helfen ... Wie z.B. bei

- Meditationen
- schamanischen Reisen
- Heilungsritualen (die uns aber nur selbst betreffen sollten)
- usw.

Doch egal wobei sie euch helfen ... vergesst nicht, euch IMMER zu bedanken und ein Geschenk (als zusätzliches Dankeschön) an ihren Wurzeln zu hinterlassen.

Liebe Grüße

Eure
Sjel

P.S. nicht jeder Wald muss "erobert" werden, denn es gibt viele Wälder, die den Menschen von Natur aus wohl gesonnen sind, weil sie oft von ihnen bewandert oder anderweitig besucht werden.

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