Lebensbaum

Sonntag, 27. September 2015

Im Februar 2016 ist es drei Jahre her, dass ich dem Sensenmann gerade so von der Schippe gesprungen bin und seitdem bin ich dankbar für jeden Tag, den ich leben und tolle Dinge erleben darf.

Und das wollte ich nun nicht nur feiern, sondern auch ein Symbol dafür gestalten, dass ich es geschafft habe.

Die Idee zur Form hatte mein Mann, wofür ich ihm unendlich dankbar bin. Er hatte die Idee, die 20 cm lange Narbe, welche seit den beiden OP's meinen Bauch zierte, tätowieren zu lassen, da ich schon länger an einem Tattoo dran war, mich aber nie so recht getraut habe. Denn für mich war immer klar, dass ich mich nur dann tätowieren lasse, wenn das "Bild" auch eine Bedeutung hat. Ich halte nicht viel von katalogmäßig ausgesuchten Vorlagen, die auch noch andere Menschen tragen könnten. 

Und so ging ich im Oktober letzten Jahres ins Tattoo-Studio meines Vertrauens und fragte nach, ob es überhaupt möglich sei, die Narbe zu tätowieren. Ich wurde damals sehr gut beraten, die Tatäwiererin sah sich die Narbe an, fühlte darüber und sagte mir schließlich, dass es kein Problem sei, ich aber noch ein Jahr warten sollte, damit sich die Narbe vollends gesetzt hätte. Zudem hatte sie auch vorher keine Termine mehr frei.

Also hatte ich genug Zeit, mir zu überlegen, was ich haben wollte. Das es ein Lebensbaum werden würde, war ziemlich schnell klar, aber wie er aussehen und ob er ggf. noch andere Elemente enthalten sollte, wusste ich da noch nicht. 

Vor drei Wochen brachte ich dann meine Idee ins Studio und wir überlegten gemeinsam, ob sie so zu realisieren sei. Ich wollte einen Lebensbaum, welcher alle 4 Jahreszeiten vereint und in welchen ein keltischer Knoten oder eine Spirale eingearbeitet ist. Die Tätowiererin meinte sofort, dass wir auf jeden Fall filigran und weiblich arbeiten müssten, da ich nicht gerade groß und auch nicht wuchtig bin. Und auch wollte sie keine Skizze fertigen, sondern den Baum direkt auf meinen Bauch malen.

Und so kam der 24.9. 

Eine Freundin von mir, die ebenfalls tätowiert ist, begleitete mich und auch mein Mann wollte nach der Arbeit vorbei kommen. Bevor es jedoch los ging, besprachen wir noch einmal, wie der Baum werden sollte, klärten die Details und schließlich malte sie den Baum auf meinen Bauch. Das war schon ein kleines Meisterwerk ansich und ich war fasziniert, wie leicht es ihr von der Hand ging, mal eben, aus dem Stehgreif einen Baum mit Ästen, Blattwerk usw. auf meinen Bauch zu malen. Chapeau!

Ich schaute mir ihre Skizze im Spiegel an und als ich ihren Entwurf abgesegnet hatte, ging es los.

Zuerst begann sie mit den Linien und ich war überrascht, wie wenig es weh tat. Klar, es war nicht angenehm und gerade der Bikinibereich ziepte ganz schön, aber im Bereich der Narbe spürte ich nichts. Und so plauderten wir munter, während der Baum auf meinem Bauch Gestalt annahm. Gerade, als sie dann mit den Linien fertig war, kam auch mein Mann und war begeistert.

Nach nicht ganz 1,5 Stunden war sie fertig und ich hatte einen wunderschönen Lebensbaum auf dem Bauch. Von der Narbe war nichts mehr zu sehen und ich richtig happy. Sie hatte alles genau so umgesetzt, wie ich es haben wollte. Einfach genial.
Dann folgte noch die Belehrung, was ich in den nächsten Tagen tun muss, was ich auf keinen Fall darf und wie ich das Tattoo pflegen muss, damit ich lange Spaß daran habe.

Und während ich noch auf der Bank lag, wurden die ersten Fotos geschossen. Die Tätowiererin für ihr Album und mein Mann als Erinnerung, wie der Baum direkt nach dem Stechen ausgesehen hatte. Denn man hatte uns zu diesen Fotos geraten, da sich der Baum in den nächsten Tagen noch verändern wird und es immer spannend zu sehen wäre, wie er dann im Gegensatz zum Anfang ausschaut.

Dann bekam ich noch einen Verband und fuhr schließlich überglücklich nach Hause.

Und so sieht mein Baum aus ...

 

Das ist das Foto, welches direkt nach dem Stechen entstanden ist.

Von der Bedeutung her, gibt es drei Komponenten ...

1. Der Lebensbaum:
Er symbolisiert die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft, auf ein gesundes Wachstum und gutes Gedeihen. Die Kraft des Baumes, sein Leben lang weiter zu wachsen, soll den Menschen positiv beeinflussen. Der Baum ist damit ein Gefährte des Menschen und soll ihm in allen Lebenslagen zur Seite stehen. Er soll Halt, Kraft, Orientierung und Motivation geben.

2. Die Jahreszeiten im Uhrzeigersinn:
Was sich im Uhrzeigersinn dreht, geht vorwärts und damit mit der Zeit. Der Uhrzeigersinn steht also für Zukünftiges und Offenheit für Neues

3. Der keltische Knoten:
Die Reise vom Innenleben nach der äußeren Seele oder zu den höheren Geistformen. Er steht für Wachstum, Erweiterung und kosmische Energie, aber auch für unendliche Wiederkehr und Ewigkeit.

Die Bedeutung der Jahreszeiten spielt natürlich auch eine Rolle, aber die muss ich "Eingeweihten" sicherlich nicht erklären :0) Auf mich bezogen, bedeuten sie jedenfalls, dass jede Eigenschaft für sich genommen, eine Rolle spielt, mich die einzelnen Eigenschaften, in mir vereint, aber auch zu einem Ganzen machen.

Liebe Grüße

Eure
Sjel

6 Kommentare:

Leandra Weidentochter hat gesagt…

Das Tattoo ist einmalig schön geworden. Der Lebensaufgabe ist ein wunderbares Symbol, dem ich mich selbst auch sehr verbunden fühle. Deshalb ist er auch auf der Taufkerze meiner Tochter zu finden und ich selbst trage ein Armband damit. Ich wünsche dir viel Freude mit deinem Tattoo. Möge es dir stets Kraft spenden. Liebe Grüße Leandra

Sjel Manen hat gesagt…

Liebe Leandra,

ich danke dir vielmals :0)

Liebe Grüße
Sjel

Karmindra hat gesagt…

Sehr schön geworden <3

Liebe Grüße,
Karmi

Sjel Manen hat gesagt…

Dank die Karmi :0)

LG
Sjel

Wilde Wölfin hat gesagt…

Die Idee aus der Narbe etwas noch besonderes zu machen finde ich wunderbar. Jetzt ist sie zu einem Schmuckstück geworden. Wunderschön!
Ana

Sjel Manen hat gesagt…

Dank auch dir, liebe Wölfin :0)

Liebe Grüße
Sjel

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