Ruh' dich aus ... mit Tee

Freitag, 4. September 2015

Der Herbst naht mit großen Schritten ... Man spürt und sieht es, denn die ersten Nebel wabern über das Land, das Laub färbt sich bunt, die Luft wird klarer und man riecht das Ende des Jahres. Für mich ist der Herbst die liebste Jahreszeit, denn jetzt ist endlich wieder Zeit für gemütliche Abende auf der Couch, in meine Lieblingsdecke gekuschelt, mit einer Kanne gutem Tee auf dem Tisch und einer wärmenden Tasse in der Hand. 

In den letzten Jahren habe ich mich durch viele Teesorten probiert, war und bin ein großer Fan von Kräuter- und Gewürztees und habe zusätzlich in Schottland den schwarzen Tee lieben gelernt. Mit einem Schuss Milch und gutem Zucker *mjam*. Aber auch der Ostfriesentee und die darum entstandenen Bräuche sind mir durch gute Freunde nicht fremd. 

Und gerade Letztere empfinde ich als wunderbare Erfüllung, denn die Bräuche um den Ostfriesentee vermitteln mir ganz viel Ruhe und Gelassenheit in der sonst so hektischen Welt.


Diese kleine Ruheinsel im Alltag möchte ich nun mit euch teilen und euch ein wenig den Herbst versüßen.

Dazu sei aber gesagt, dass ich den Brauch um den Ostfriesentee nur von unseren Freunden kenne und es kaum jemand gibt, der Ostfriesentee wissenschaftlich hundertprozentig korrekt bereitet. 

Man benötigt: 
2 Teekannen 
flache Teetassen
sehr guten Ostfriesentee
Sahne
weißer Kluntje-Kandis

Zuebereitung:

Beide Kannen vorwärmen und die erste Kanne mit einem Löffel Tee pro Person und einem zusätzlichen Löffel "für die Kanne" füllen.
Nun gerade so viel heißes Wasser aufgießen, dass sich der Tee entfalten kann. 
Den Tee nun 4-5 Minuten ziehen lassen und dann die restliche Kanne mit heißem Wasser auffüllen. Den fertigen Tee (ohne Teesatz) in die zweite Kanne umfüllen. 

Wer sich diese Schritte sparen möchte, weil vielleicht nur eine Teekanne vorhanden ist, kann auch mit einem Teefilter und dem einmaligen Aufgießen arbeiten.

Die Zeremonie:

Man lege in jede Tasse ein Stück Kluntje und gieße den fertigen Tee langsam in die Tasse. 
Dabei darf man ruhig das Knistern des Kandis genießen und einen Augenblick inne halten.
Über einen Teelöffel oder einen speziellen Rahmlöffel wird ein Wölkchen Sahne auf den Tee gesetzt. Dabei ist es wichtig, nicht umzurühren, damit zuerst die Süße der Sahne, dann der Geschmack des Tees und schließlich der Kandis dominiert.

Ein wunderbar entspannendes Erlebnis, welches uns bewusst genießen und innehalten lässt.

Darüber hinaus gibt es auch noch drei Regeln in Bezug auf eine Einladung zum Ostfriesentee ...

So bekommt man immer eine Tasse angeboten! Bekommt man keine zweite Tasse, heißt das soviel wie: Du musst nicht wiederkommen!
Die zweite und dritte Tasse, wenn angeboten, muss man annehmen, da alles andere als unhöflich gilt. Nach der dritten Tasse weiß man dann, dass man wiederkommen darf.
Legt man seine Tasse umgekehrt auf die Untertasse oder einen Löffel in die Tasse, signalisiert man damit, dass kein weiteres Nachschenken gewünscht ist

Ich persönlich halte es mit diesen Regeln allerdings nicht so, denn zum einen leben wir nicht in Ostfriesland und zum anderen ist Ostfriesentee oder generell Tee mit Zucker und Sahne nicht jedermanns Sache. 
Dennoch zelebriere ich den kleinen Brauch um den Ostfriesentee sehr gerne und nehme mir Zeit dafür.

Liebe Grüße

Eure
Sjel

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