Rauchzeichen

Zu allen Zeiten war es den Menschen besonders wichtig, zu ganz bestimmten Anlässen im Jahr zu räuchern. Es war ein Ausdruck des Respekts, der Bitte und des Dankes an die Naturkräfte (bzw Götter) welche die Geschichte lenkten. Auch heute wächst bei vielen Menschen das Bedürfnis, sich wieder stärker mit der Natur zu verbinden.


Bei Betrachtung des Jahresrades ist das Räuchern in der dunklen Jahreshälfte viel näher als in der Hellen. Geräuchert wird verstärkt in der Zeit, wenn das Licht schwächer wird, die Herbststürme brausen und die Nebel steigen, bis hin zu den stillen schneeverwehten oder glasklaren Winternächten.

Ruhiger um das Räuchern wird es, wenn das Licht gesiegt hat und die Weiden und Veilchen blühen, in der nun anbrechenden Zeit wird gesät, gepflanzt, gepflegt und geerntet, um für die dunkle Zeit Vorrat zu haben.

Unsere vorchristlichen Vorfahren feierten acht große Feste im Jahr. Diese Jahreskreisfeste bestehen aus den vier astronomisch festgelegten Sonnenfesten:

Die Menschen gingen davon aus, dass an diesen acht Eckpfeilern des Jahres der Schleier zur Anderswelt besonders dünn sei. So konnte man leichter Kontakt zu den Kräften und Göttern herstellen, um mit ihnen zu kommunizieren.

Bei den gefeierten Ritualen begleitete sie der aromatische Rauch meist heimischer Pflanzen und Harze


Pflanzen

Lavendel

Wirkt reinigend und desinfizierend. Schafft Klarheit, schützt junge Mädchen und menstruierende Frauen. Reinigt auch Räume, in denen dicke Luft herrscht. Ein weiterer Aspekt ist seine segnende Natur.
Kinderzimmer bekommen durch den Lavendel ihre energetische Klarheit wieder zurück, was nach turbulenten Festen manchmal sehr nötig sein kann.
Lavendel ist schon in der Antike als Zusatz bei Waschungen und Bädern bekannt. Unreinheiten des Körpers und Geistes haben wenig Chance gegen die Wirkung dieser Pflanze. Lavendelblüten und Blätter verbinden Liebende auf einer geistigen Ebene und vertreiben Hindernisse, die sich der Liebe in den Weg stellen.

Thymian

Gibt Mut und Kraft und bringt das Glück.
Geburtstagspflanze des 9. Juni
Das Wort „thymos“ kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Mut und Kraft. Doch mehr im Sinne von Anziehungskraft – damit das Glücksrad sich zu drehen beginnt und treu bleibt.
Ein Thymianstock vor der Haustür platziert, zieht das Glück ins Haus.
Thymian steht in der Blumensprache für spontane Gefühle und Handlungen.

Salbei

Geburtstagsblume des 19.Januar
Klärend, fördert die Konzentration, reinigt Häuser, Räume und Aura.
Der Salbei ist ein ausgezeichnetes Reinigungskraut, er reinigt die Atmosphäre von Häusern, Räumen und auch die Aura, indem er störende und stress beladene Energien einfach hinausdrängt. Auch Abgrenzung und Konzentration auf eigenes Selbst bewirkt er.
Wichtig: Fenster auf – was dem Rauch entflieht soll hinaus können!
In der Antike wurden dem Salbei magische Kräfte zugesprochen. Im Mittelalter glaubte man, die Pflanze sei von der Jungfrau Maria gesegnet. Der Name Salvia wird vom lat. Wort "salvare" abgeleitet, was „retten“ bedeutet. Es wurden ihm lebensrettende Kräfte zugeschrieben. Im Altertum priesen die Ärzte die heilende Wirkung des Salbeis auf Körper und Geist. Er symbolisiert Wertschätzung und in der Blumensprache steht er für Reinheit.

Schafgarbe

Intuitionsstärkend, heilende Wirkung bei Frauenleiden und blutstillende Eigenschaften. Der Name garbe = vom Althochdeutschen und bedeutet „garwe“ = Gesundmacher.

 Die Schafgarbe, auch „Heil der Welt“ genannt, hilft zur Mitte zu kommen, wenn der Lebensfluss zu einseitig ist. Wenn wir mit ihr heilen wollen, sind wir gezwungen, auf die goldene Mitte zu achten. Diese ist immer da, wo wir selbst in unserem Zentrum, das heißt im Lot sind. Von dort aus können wir uns aufrichten, sind schwer zu brechen und zäh wie der Stiel der Schafgarbe. Denn auch die Schafgarbe selbst lässt eher den Boden los, als dass sie sich brechen lässt.

Holunder

Lässt den rechten Zeitpunkt erkennen, hilft bei der Findung der Lebensaufgabe.
Wirkt schützend und heilend.
Man verwendet die Blüte, oder das Mark vom geschnittenen Holz
Lässt sich gut mischen mit Wacholder oder Fichtenharz.

Im Holunderbaum wohnt die „holde Frau“ – Frau Holle. Seit Urzeiten gehen die Menschen mit dem Hollerstrauch achtsam um. „Vor dem Holunder sollst du den Hut ziehen“. Wir alle kennen Frau Holle aus dem Märchen. Vergessen ist, dass sie einmal eine machtvolle Unter – und Oberweltgöttin war, die das Schicksal der Menschen mitbestimmte. Bei vielen Häusern findet sich noch heute ein Holunderbusch. In der Nähe der Menschen fühlt er sich wohl und strahlt seinen Segen aus. Tatsächlich ist jedes Stückchen vom Holunder medizinisch verwendbar. Die Früchte sind reich an Vitamin C. Im Holz des Hollers finden wir Mark – wie im menschlichen Knochen.

Nelke

Neben ihrer bekannten Wirkung als Insektenvertreibungsmittel wird die Nelke auch als anregender und aphrodisierender Räucherstoff verwendet. In Verbindung mit Zimt verleiht sie jeder Mischung eine würzig-warme Note. Verwendet wird die getrocknete Blütenknospe, die, wie alle anderen Stoffe auch, im Mörser fein pulverisiert werden sollte.

Rosmarin  

Belebt und vitalisiert, fördert das Herz und auch die Liebesfähigkeit, öffnet das Herz, führt aus Depression zurück ins Leben


Über unsere heimischen Pflanzen hinaus gibt es noch verschiedene Harze, die geräuchert werden können, doch halte ich persönlich nicht viel von Harzen oder "ausländischen" Pflanzen. Ich für meinen Teil bevorzuge das zu verräuchern, was in meinem Garten wächst und mich täglich begleitet. Ausgefallene Dinge gehören da in meinen Augen einfach nicht hin.


Wie wird geräuchert?

Zuerst einmal benötigen wir verschiedene Zutaten ...

Wie da wären:

- eine feuerfeste Schale (z.B. aus Speckstein)
- Sand (Vogelsand usw.)
- Räucherkohle
- Räucherzange
- Pflanzen

Wenn wir alles beisammen haben, kann es los gehen.

Wichtig beim Räuchern ist, dass man Zeit und Ruhe hat, um sich einzustimmen und das entsprechende Ergebnis zu erzielen.

Nun füllen wir den Sand in die Schale, bis sie ca. ein Drittel gefüllt ist.

Danach zünden wir die Räucherkohle mit einer Kerze oder einem Feuerzeug an, wobei wir darauf achten müssen, dass wir nichts Brennbares in der Nähe haben. Denn Räucherkohle enthält einen Anteil Schwefel, der beim Entzünden der Kohle zu Glimmen und zu Knistern beginnt. Dabei kann es passieren, dass die Kohle regelrecht Funken schlägt.

Ist die Kohle entzündet, legen wir sie auf den Sand und lassen sie durchglimmen, bis sie weiß wird.

Nun sind die Kräuter an der Reihe. Diese geben wir mit der Zange (sieht aus wie eine Zuckerzange, ist aber meist viel größer -> meist um die 20 cm lang) auf die Kohle und sofort entwickelt sich der gewünschte Rauch.

Manche Menschen verwenden nun Federn, um den Rauch zu verteilen, doch ist dies (je nach Räucherung) nicht nötig.

Zudem hört oder liest man immer wieder, dass man beim Räuchern unbedingt das Fenster öffnen sollte, damit raus kann, was dem Rauch entflieht.
Meiner Meinung nach ist diese Methode nicht zu verallgemeinern, denn je nach Räucherung und Intension, die ich mit dem Räuchern verbinde, ist es mir lieber, wenn alle Kräfte und Wirkungen der Kräuter da bleiben, wo ich sie haben möchte. Mache ich dagegen eine "Kehr-Aus-Räucherung", macht es Sinn, die Fenster schon zu Beginn so weit auf zu machen, wie es nur geht.

Daher sollte jeder für sich entscheiden, ob er die Fenster beim Räuchern öffnet oder so lange geschlossen hält, bis das "Ritual" beendet ist.

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